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Die Herbstkur

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Kuren im Frühjahr sind populär, viele Menschen haben davon zumindest schon einmal gehört und sogar ausprobiert, einige wenden diese Gesundheitsvorsorge sogar jährlich an. Weshalb nun eine Kur im Herbst? 

In der Herbstkur geht es hauptsächlich darum, die Organesysteme des Herbstes: Lunge, Dickdarm und Haut zu reinigen und zu stabilisieren. Im Herbst erreichen wir ebenso wie im Frühjahr zur sogenannten Scharnierzeit = Übergang Sommer zum Winter unsere inneren Depots und sorgen für eine Reinigung, Ausleitung und Umstimmung des Systems. Eine gute Prophylaxe zur Vermeidung chronischer Krankheiten, Ablagerungen von Stoffen, die der Organismus nicht ausscheiden kann und Regulationsstörungen des Immunsystems. Die Herbstkur aktiviert unseren „inneren Arzt“ – die Selbstheilungskräfte.

Die Herbstkur mit Reis, Gemüse und Obst ist unkompliziert, gut verträglich und wirksam. Vorab sind folgende Punkte hilfreich:

  1. den Tagesablauf optimieren, genügend Ruhepausen und Freiräume einplanen
  2. keine Veranstaltungen, Familienfeiern und Reisen
  3. die häusliche Gemeinschaft über verändertes Essen informieren
  4. kreative Tätigkeiten wieder oder neu aufnehmen
  5. sportliche Aktivitäten und Bewegung an frischer Luft erhöhen
  6. Kurdauer nach den individuellen Möglichkeiten festlegen: mindestens 3 Tage, längstens 12 Tage, optimal sind 9 Tage
  7. günstiger Zeitraum liegt immer in der abnehmenden Mondphase 
  8. der Neumondtag kann als Übergang zur Aufbauzeit genutzt werden
  9. Aufbautage idealerweise in die zunehmende Mondphase legen

Die vorgeschlagenen Nahrungsmittel eignen sich für eine begrenzte Zeit. (siehe oben) und ist für alle gesunden erwachsenen Menschen geeignet. Alle Anderen, die kuren möchten, befragen bitte vorab einen geeigneten Therapeuten.

Die Kur wird durchgeführt mit Vollkorn-Rundkornreis, gekochtem Gemüse, gekochtem Obst, jeweils eine Sorte pro Mahlzeit.

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Ergänzend kann zugefügt werden: eine sehr kleine Menge Rohkost, frische Würzkräuter, eine kleine Menge Braunhirse, Weizenkeime oder Sesam

Die Mengenverhältnisse sollten etwa 2/3 Reis zu 1/3 Gemüse oder Obst betragen. Gegessen kann von beiden Anteilen soviel, wie für eine Sättigung erforderlich sind.

Die Anzahl der Mahlzeiten richten sich nach dem individuellen Bedarf, in den meisten Fällen müssen gegebene Gewohnheiten nicht verändert werden.

Es sollten etwa 4-5 Stunden zwischen den einzelnen Mahlzeiten liegen

Immer warm und frisch zubereitet essen, in Ausnahmefällen kann vorbereitetes Essen unterwegs verzehrt werden.

Die Gestaltung der Kurzeit umfasst nicht nur die Ernährung. Die Veränderung des Essens und der Getränke sind zwar ein Hauptaspekt, aber auch andere Maßnahmen sind wichtig für den Kureffekt:

für die Lunge: Atemübungen, Aufenthalt im Freien, Reinigung und Pflege der Schleimhäute in Nase, Rachen und Zunge mit Emser Salz, Dampfbädern, Ölziehen

für den Dickdarm: milde Darmreinigung, Bauchmassage, Einnahme von Präparaten zum Aufbau einer natürlichen Darmfloren in der Aufbauphase

für die Haut: Sauna, Trockenbürsten, Abreibungen mit Obstessig, Massage

Ziele der Herbstkur sind:

Reinigen und Ausleiten der Abfallstoffe des Sommers, die besonders durch eine kühlende und befeuchtende Ernährung entstanden sind (in der TCM als „Feuchte Kälte“ bekannt)

Stärkung des Immunsystems vor der Winterperiode durch eine Regenerierung der Darmschleimhaut – unser größtes Immunsystem

Verbesserung und Verhinderung von Frühjahrsbeschwerden wie Reizungen des Atemtraktes durch Wetterwechsel, Ansammlungen von Schleim in den Stirn- und Nasennebenhöhlen, allergische Reaktionen in Nase, Augen, Bronchien und Haut

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Warmes Frühstück

Bekanntlich essen die Asiaten traditionell morgens warm – meist Suppe, aber auch die berühmten baoze – gedämpfte Teigbällchen mit und ohne Füllung. Sie entsprechen am ehesten unserem europäischen Hefekloß oder der Dampfnudeln und werden mit diversen gedämpften Gemüsen, Tofu und Fleisch oder Fisch gereicht. Der Hintergrund des warmen Essens am Morgen ist die Erkenntnis, dass falsch essen und trinken oder gar nicht essen in der Früh der Magenenergie nicht gut tut. Der Magen kann geradezu “ heiß laufen“ wenn er zuwenig oder gar nichts bekommt. Auch Kaffe und Orangensaft, kalte Milch in Verbindung mit ungekochten Müsliflocken sind keine Lösung, denn diese Lebensmittel wirken im Körper stark kühlend. Unser Verdauungstrakt muss dann enorme Energie aufwenden, um das alles abwärts in den Darm zu befördern und zu verdauen.
Hier stelle ich Rezepte vor, die unserem europäischen Geschmack angepasst und wie immer hier auf diesem Blog im Dao-Zyklus gekocht sind, der dem Ernährungszyklus der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) entspricht. Das Ergebnis ist ein bekömmliches, lang sättigendes Frühstück, vorausgesetzt, es werden gute Zutaten benutzt: biologisch sauber, regional, saisonal und fair produziert. Also los: es ist gar nicht so schwer, gute Energie schon am frühen Morgen mit einem guten Essen zu tanken!

warmes Frühstück

TIPP für Morgen-Eilige: Getreide und Flocken vorbereiten
Rundkornreis oder Naturreis in einem Topf leicht anschwitzen, mit einer Prise Salz und ausreichend kochendem Wasser zugedeckt bei sehr kleiner Flamme etwa 30 Minuten weich kochen.
Flocken ohne Fett leicht andünsten, kochendes Wasser und eine Prise Salz zufügen, 5 min kochen, bis das Wasser verdunstet ist.
Die vorgekochten Getreide nach dem Abkühlen im geschlossenen Behälter im Gemüsefach kalt stellen.

Birnen-Reis-Suppe
F kochendes Wasser
E eine schöne reife Birne mit oder ohne Schale, gewürfelt, evtl etwas Honig
E/M ein kleines Stück Zimtrinde oder eine Kapsel Cardamon, 2-3 EL gekochter Reis
alles kochen, bis Reis und Birne sich gut verbunden haben und eine schöne Konsistenz erlangt haben

Grundrezept für Flocken-Frühstück
E 1 EL Nüsse, Trockenfrüchte, Samen im Topf kurz erwärmen
M Haferflocken goldgelb dünsten – immer rühren! oder die vorbereiteten Flocken zufügen
W 1 Prise Salz
W Wasser kochend aufgießen – reichlich
Auf kleiner Flamme zugedeckt weich dünsten. Zur Grundmischung kann zugefügt werden:
H Apfel, Beeren, Joghurt
F Kakao, Mohnsamen
E Sahne, Milch, Honig, Zucker, Sirup, Butter

Flockenfrühstück

Hirse-Apfel-Speise
E 1 EL Sesam, Nüsse oder Trockenobst im Topf goldgelb andünsten, rühren!
E 4 EL Hirse einrühren, weiter andünsten
M 1 Pr. Zimt
W Wasser kochend dazu – Hirse weich kochen
H 1 Apfel geraspelt darunter mischen
F 1 Pr Kakao oder geraspelte Schokolade darüber streuen
evtl. Honig

Couscous Pudding
E 1 Klecks Butter schmelzen lassen
E 2-3 EL Couscous darin leicht andünsten
E 1/8 l süße Sahne
E 1 EL Honig
M etwas Zimtpulver
W heißes Wasser angießen, bis ein Brei entsteht, ca 5-10 min garen lassen in eine Form pressen und stürzen, schmeckt gut mit frischer Birne oder Kompott

Polentafrühstück

Polenta
E Sonnenblumenkerne leicht anrösten
E Rosinen
E Maisgrieß (Polenta) einrühren
M 1 Prise Galgantpulver Ersatz : Ingwer frisch oder als Pulver)
W kochendes Wasser aufgießen rührend quellen lassen, 1 Prise Salz
TIPP: wer es pikant mag, bereitet die Polenta ohne Rosinen am Vortag zu und lässt sie auf einem Backpapier gestrichen (ca 1 cm dick) auskühlen. Am nächsten Morgen in kleine Rauten oder Rechtecke schneiden, in Olivenöl anbraten. Zugefügt werden können E: Gemüsepaprika, fein geschnittene Karotten, frischer Zuckermais, M: Lauch fein geschnitten, Frühlingszwiebeln, Radieschen oder Rettich, W: Pilze, H: Tomaten

Eierfrühstück mit Gemüse
E heißes Bratöl,
M eine Zwiebel fein gehackt glasig dünsten
E in Streifen geschnittene Gemüsepaprika oder Süßkartoffeln bissfest dünsten
E 2-3-Eier aufgeschlagen mit
M Pfeffer
W Salz
Die Eier über das Gemüse geben, Auf kleiner Flamme zugedeckt stocken lassen und mit Kräutern bestreut servieren.

Eierfrühstück

Asiatisches Risotto mit Tofusticks auf Mangold

Risotto ist meist „italienisch“ Wir haben diesmal die asiatische Variante auf den Tisch gebracht. Besonders zu empfehlen als winterliches Abendessen, weil es gut verdaulich , leicht zuzubereiten und auch noch relativ schnell gekocht werden kann.

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Fürs Risotto:

E   1 EL Butter

M   1 große Schalotte, 7 EL Arborio-Reis, 1 TL frischer Ingwer gehackt, 1-2 TL Gewürzmischung “ Scharfmacher“ ( Herbaria)

W   10 Shitake-Pilze, 400 ml Gemüsebrühe + 400 ml Kokosmilch ( Dose)

Diese Zutaten in der angegebenen Reihenfolge zusammenfügen:  zuerst die Schalotte fein gewürfelt in der Butter glasig  anschwitzen,  dann den Reis ebenso. Ingwer  und die Gewürze unterrühren, ein-zwei Minuten durchrühren ohne zu bräunen. Die entstielten Shitakepilze  in Streifen geschnitten in den Reis rühren.   Daneben die Gemüsebrühe mit der Kokosmilch mischen und einmal leicht aufkochen. Nun die heiße Flüssigkeit nach und nach in den Reis geben und immer rühren. Nach ca 15 Minuten ist der Reis  angenehm cremig und die Flüssigkeit fast aufgesaugt. Dann zugedeckt beiseite stellen.

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Für die Tofusticks auf Mangold:      F   1 kleiner Mangold, E   2-3 EL Bratöl, M   Pfeffer W   Sojasauce, 250 gr. Räuchertofu

Den Mangold putzen, waschen, die Stiele vom Blattgrün trennen, beides klein schneiden. Den Räuchertofu in Streifen schneiden und  in etwas Bratöl scharf anbraten, mit Pfeffer und  Sojasauce würzen.  Den Tofu aus der Pfanne nehmen. Im vorhandenen Sud zuerst die Stiele 2-3 Min dünsten, dann das Blattgrün zufügen. Rasch wenden, dann sofort zusammen mit Tofu und Risotto auf dem Teller anrichten. damit das Gemüse nicht zusammenfällt.