Schlagwort-Archive: Kräutertee

Die Herbstkur 2018

Kuren im Frühjahr sind populär und viele Menschen haben davon zumindest schon einmal gehört und sogar ausprobiert. Einige wenden diese Gesundheitsvorsorge sogar jährlich an. Weshalb nun eine Kur im Herbst? 

In der Herbstkur geht es hauptsächlich darum, die Organsysteme des Herbstes: Lunge, Dickdarm und Haut zu reinigen und zu stabilisieren. Im Herbst erreichen wir ebenso wie im Frühjahr zur sogenannten Scharnierzeit = Übergang Sommer zum Winter unsere inneren Depots und sorgen für eine Reinigung, Ausleitung und Umstimmung des Systems. Eine gute Prophylaxe zur Vermeidung chronischer Krankheiten, Ablagerungen von Stoffen, die der Organismus nicht ausscheiden kann und Regulationsstörungen des Immunsystems. Die Herbstkur aktiviert unseren „inneren Arzt“ – die Selbstheilungskräfte.

Die Herbstkur mit Reis, Gemüse und Obst ist unkompliziert, gut verträglich und wirksam. Ich kure jedes Jahr selbst und gebe gern Unterstützung in meiner eigenen Praxis. Für die eigene Planung bitte folgende Punkte beachten:

  1. den Tagesablauf optimieren, genügend Ruhepausen und Freiräume einplanen
  2. keine Veranstaltungen, Familienfeiern und Reisen
  3. die häusliche Gemeinschaft über verändertes Essen informieren
  4. kreative Tätigkeiten wieder oder neu aufnehmen
  5. sportliche Aktivitäten und Bewegung an frischer Luft erhöhen
  6. Kurdauer: nach den individuellen Möglichkeiten festlegen: mindestens 3 Tage, längstens 12 Tage, optimal sind 9 Tage
  7. günstiger Zeitraum: liegt immer in der abnehmenden Mondphase in diesem Jahr 26.September bis 08. Oktober. 
  8. der Neumondtag kann als Übergang zur Aufbauzeit genutzt werden. Wer mag, kann am  Neumondtag am 09. Oktober einen reinen Trinktag einlegen mit Wasser, Kräutertee und verdünnten Säften.
  9. Aufbautage: idealerweise in die zunehmende Mondphase legen und die Ernährung schrittweise erweitern, indem jeden Tag ein Nahrungsmittel zu der Reis-Gemüse-Obst-Basis zugefügt wird.

Die oben vorgeschlagenen Nahrungsmittel eignen sich für eine begrenzte Zeit und sind für alle gesunden volljährigen Personen geeignet. Allen anderen Menschen empfehle ich einen geeigneten Therapeuten vor Ort.

Die Kur wird durchgeführt mit Vollkorn-Rundkornreis, gekochtem Gemüse, gekochtem Obst, jeweils eine Sorte pro Mahlzeit.

reismischung

Ergänzend kann zugefügt werden: bei warmem Wetter eine sehr kleine Menge Rohkost maximal 1-2 EL pro Mahlzeit, frische Würzkräuter, eine kleine Menge Braunhirse, Weizenkeime oder Sesam

Die Mengenverhältnisse sollten etwa 2/3 Reis zu 1/3 Gemüse oder Obst betragen. Gegessen kann von beiden Anteilen soviel, wie für eine Sättigung erforderlich sind.

 Empfehlenswert ist es, während der Kurzeit 2-3 Liter warm zu trinken. Als Getränke eignen sich milde Kräutertees aus: Maishaar, Brennessel, Lungenkraut, Ackerschachtelhalm und Salbei. Am besten, weil thermisch neutral, ist heißes Wasser.

Die Anzahl der Mahlzeiten richten sich nach dem individuellen Bedarf, in den meisten Fällen müssen gegebene Gewohnheiten nicht verändert werden.

Es sollten etwa 4-5 Stunden zwischen den einzelnen Mahlzeiten liegen

Immer warm und frisch zubereitet essen, in Ausnahmefällen kann vorbereitetes Essen unterwegs verzehrt werden.

Die Gestaltung der Kurzeit umfasst nicht nur die Ernährung. Die Veränderung des Essens und der Getränke sind zwar ein Hauptaspekt, aber auch andere Maßnahmen sind wichtig für den Kureffekt:

für die Lunge: Atemübungen, Aufenthalt im Freien, Reinigung und Pflege der Schleimhäute in Nase, Rachen und Zunge mit Emser Salz, Dampfbädern, Ölziehen

für den Dickdarm: milde Darmreinigung, Bauchmassage, Einnahme von Präparaten zum Aufbau einer natürlichen Darmflora in der Aufbauphase

für die Haut: Sauna, Trockenbürsten, Abreibungen mit Obstessig, Massage

Ziele der Herbstkur sind:

Reinigen und Ausleiten der Abfallstoffe des Sommers, die besonders durch eine kühlende und befeuchtende Ernährung entstanden sind (in der TCM als „Feuchte Kälte“ bekannt)

Stärkung des Immunsystems vor der Winterperiode durch eine Regenerierung der Darmschleimhaut – unser größtes Immunsystem

Verbesserung und Verhinderung von Frühjahrsbeschwerden wie Reizungen des Atemtraktes durch Wetterwechsel, Ansammlungen von Schleim in den Stirn- und Nasennebenhöhlen, allergische Reaktionen in Nase, Augen, Bronchien und Haut

Werbeanzeigen

Erholsamer Sommerschlaf aus Sicht der TCM

DSCF2138Bei Sommerhitze nachts zur Ruhe zu kommen, ist für Groß und Klein nicht einfach. Aber für Menschen mit energetischen Disharmonien ist es bei extremen Witterungsbedingungen noch viel schwerer, in einen erholsamen Schlaf zu sinken. Aus der energetischen Sicht der TCM gibt eine Vielzahl vom Ursachen, die gerade im Sommer Schlafstörungen verursachen oder verschlimmern können. Liegt  zum Beispiel eine „innere Hitze“ vor oder ernährt sich ein Mensch mit Magen/Dickdarm-Stau im Sommer noch zusätzlich mit scharfen Speisen, verbinden sich die äußeren klimatischen Bedingungen mit den inneren Problemen und verschlimmern die Situation.
In der Verteilung von Ying und Yang-Energie im Organismus kommt es zu Verschiebungen und damit insgesamt oder in einigen Organsystemen zu Ungleichgewichte. Es treten dann energetische  Leere- und Fülle-Störungen auf. Komplexe Leere-Muster entstehen durch Erschöpfung der festen Substanzen und der Körpersäfte mit Anstieg von innerer Hitze ( Yang). Meist durch höheres Alter, Wechseljahre oder zehrende Krankheiten bedingt. Aber ein Leere-Muster kann auch entstehen bei anhaltender Überforderung in jüngerem Alter. Die klassische Aussage der Betroffenen dazu ist meist: „Ich bin total müde, kann aber vor Erschöpfung nicht einschlafen Beim Aufwachen oder schon mitten in der Nacht kommt es zu Schweißausbrüchen und Hitze-Stau. Auch sehr zeitiges Aufwachen zur Lunge-Zeit zwischen 03 – 05 Uhr zählt zu diesem Beschwerdekomplex. Schnelle Hilfe für Leereproblematiken und innere Unruhe: ein Glas zimmerwarmes Bier oder eine Tasse warme Milch mit Honig.
Dem gegenüber stehen die Fülle-Muster. Entweder sind sie schon durch eine genetische bedingte Yang- Konstitution angelegt oder auch durch eine ungünstige Ernährung (fettig, salzig, viel Fleisch, scharf, viel Alkohol, Rauchen) entstanden. Sie verschlimmern sich noch durch bewegungsarmem Lebensstil und eine zornige und bestimmende Geisteshaltung. Diese Prozesse führen mit der Zeit zu einer Anhäufung von Abfallprodukten im Körper. Die Symptomatik wird hier eher sein: schnarchen, unruhiger Schlaf, Aufwachen in der Nacht, bevorzugt in der Leber-Zeit zwischen 01 – 03 Uhr. Es kann morgens zu einem Zerschlagenheitsgefühl kommen. Schnelle Hilfe für Fülle-Problematiken: ein Spaziergang vor dem Schlafengehen, entlastende, ruhige Körperübungen, ein lauwarmer Leberwickel.

Was können Sie zusätzlich tun?
Für ein gut gelüftetes, etwas abgedunkeltes  Schlafzimmer sorgen. Es empfiehlt sich, das Bett für den Sommer etwas umzugestalten. Ich habe selbst vor einigen Tagen festgestellt, dass ich immer noch unter der Wolldecke liege und schwitze und mich aufdecke. Also raus mit den Wollsachen und getauscht gegen eine leichte Baumwoll-Decke oder einen ungefüllten Bettbezug und ein kühlendes Kopfkissen (evtl mit Füllung von Hirse oder Haferspelzen)! Auch ein Seiden-Unterbett unter dem Laken kühlt. Die Bettwäsche ist optimal, wenn sie auch kühlenden Naturfasern mit Leinen, Baumwolle oder Seide besteht. Da sich das wei Qi (Abwehrenergie) in der Nacht nicht unter der Körperoberfläche zirkuliert, sondern sich weit ins Körperinnere zurückzieht, ist unser Organismus ungeschützter gegen äußere pathogene Einflüsse wie Hitze, Feuchtigkeit oder Wind. Deshalb wird aus Sicht der ‚TCM empfohlen, den Körper immer zu bedecken – notfalls nur mit einem Laken oder etwas anzuziehen und auf Vermeidung von Zugluft beim Schlafen zu achten. Vor dem Schlafengehen ist eine lauwarme Dusche gut, noch besser aber ist es, sich mit einem feucht-kühlen Waschlappen abzuwaschen und danach nur leicht trocken zu tupfen. Die Poren sollten offen bleiben, um einen normalen Feuchtigkeitsaustausch zu gewährleisten, der zugleich auch die Oberfläche kühlt. Deshalb keine Öle oder Lotionen auf die Haut auftragen. Falls benötigt, etwas Puder in die Hautfalten geben.
Das Essen nicht zu spät und zu üppig gestalten, statt konzentriertem Alkohol wäre eine Wein- oder Saft-Schorle gut. auch Minzetee, abgekühlt mit Zitrone erfrischt und erleichtert später das Schlafen.

Krause minzeH

Daneben können folgende Tees helfen:
Für Menschen, die nachts aufwachen und schlecht wieder einschlafen: hier wende ich mit Erfolg einen entstauenden, ableitenden Tee an, der allerdings nicht zu spät getrunken werden sollte – idealerweise nach der letzten Mahlzeit. Er fördert die Ausscheidung. Mischen Sie jeweils einen Teelöffel Pfefferminzkraut, Schafgarbe und gestoßenen Kümmel und Kardamon, überbrühen Sie von dieser Mischung 1-2 Teelöffel mit einem Viertelliter kochendem Wasser. 10 Minuten ziehen lassen, dann lauwarm schluckweise trinken.
Ein leichter Tee für Menschen, die abends nicht zur Ruhe kommen und schlecht einschlafen: je einen Teelöffel Rosenblütenblätter, Melissenkraut, Ringelblumenblüten und Passionsblumenkraut mit einem Viertelliter kochendem Wasser überbrühen, 5 Minuten zugedeckt ziehen lassen  und etwa 2 Stunden vor dem Schlafengehen lauwarm trinken. Als Einzeltee eignen sich auch Baldriantee und / oder Hopfenzapfen. Beides wirkt stärker als der Blütentee oben und ist aber kräftiger und etwas bitter.

An dieser Stelle kann ich wie immer nur allgemeine Ratschläge erteilen, die dem gesunden Menschen als Gesundheitspflege dienen und als Unterstützung bei leichten Befindlichkeitsstörungen angewandt werden können. Sollten Sie krank sein, eine ursächliche Behandlung wünschen oder Ihre Störungen über längere Zeit haben, suchen Sie bitte einen geeigneten Therapeuten auf.