Archiv der Kategorie: Gesundheitspflege

Die Fünf-Elemente Frühjahrskur

Im Frühling einige Tage den Organismus bei der Entgiftung und Reinigung unterstützen hat sich bewährt. In Eigenverantwortung kann für eine festgelegte Zeit die Ernährung umgestellt werden, gleichzeitig die körperliche Bewegung verbessert und die geistige Belastung in dieser Zeit reduziert werden. Allen Menschen, die wegen mangelnder Erfahrung oder wegen ihres Gesundheitszustandes, ihres Alters oder anderer Gründe unsicher sind, empfehle ich eine persönliche Anfrage bei mir oder eine Rückfrage bei einem anderen, damit erfahrenen Menschen.

Mindestes 6, besser 9 oder 12 Tage dafür einplanen. Ideal ist es in der abnehmenden Mondphase anzufangen. Am Neumondtag kann ein Ruhetag ohne Arbeit und Termine eingelegt werden, an dem entweder nur Flüssigkeiten wie Säfte, Wasser, Tee zu sich genommen werden oder fein pürierte Suppen. An diesem Tag kann auch besonders gut die Entgiftung der Haut durch saunieren bei milder Hitze bei 60°C unterstützt werden. Es ist gut, schon Sauna-Erfahrungen gesammelt zu haben um zu wissen, wie der Kreislauf reagiert. Vor und nach dem Saunagang zusätzlich Wasser trinken. Nach Neumond langsam über den gleichen Zeitraum wie die Abbauzeit die Ernährung wieder aufbauen. Dabei kann schon im Vorfeld überlegt werden, welche ungünstige Gewohnheiten entweder ganz oder teilweise für eine gesündere Ernährung und Lebensweise aufgegeben werden könnten.

In diesem Jahr sind die geeigneten Zeiten für die Kur vom 22.3. bis 05.4.= Neumondtag und vom 20.4. bis 05.5. Ab 06.4. bzw. ab 06.5. können dann einige Aufbautage folgen.

Die Kur besteht aus drei Hauptmahlzeiten mit warmem Essen. Wichtig ist gekochtes oder im Ofen gebackenes Essen aus Gemüse und Kräutern, damit der Verdauungstrakt genügend Wärme zum verdauen und ausleiten bekommt. Dazu in kleinen Mengen frische Keimlinge und Sprossen, etwas Obst und eine Handvoll Nüsse, Samen oder Trockenfrüchte. Eine kleine Menge gekochter Hülsenfrüchte z.B. getrocknete Bohnen, Erbsen, Linsen, Kichererbsen oder gekochter Dinkel / Grünkern ergänzt das Gemüse sinnvoll. Alles natürlich möglichst regional, saisonal und unbehandelt.Gemüse: Broccoli, Chicoree, Fenchel, Möhren, Paprika, Pastinaken, Rote Bete, Topinambur, Lauch, Zwiebeln, Radieschen, alle Kohlarten, Süßkartoffel, Kürbis, selten Kartoffel
frisch: Sauerkraut, Rettich, Feldsalat, Rauke, Postelein, Spinat, Brennnessel, Bärlauch, Löwenzahn, Dill, Kerbel, Rosmarin, Salbei, Thymian, Algen. Alle Gemüse und Salate zur besseren Verdauung mit Essig/Zitrone und etwas Öl marinieren und 5 min an der Luft fermentieren lassen.
Sprossen von: Amarant, Kichererbsen, Linsen, Luzerne, Rettich
Obst: Äpfel, Birnen, Pampelmusen, Ananas, Papaya ( Bitterstoffe, Verdauungsenzyme) alles in kleinen Mengen maximal 1-2 x täglich 1/2 Frucht, nur eine Sorte
Zusätzlich: Walnüsse, Haselnüsse, Mandeln ( 3-5 Stück/Tag) oder maximal 1 EL Sesam, Amarant, Qinoa, oder 2-3 Stück Trockenfrüchte, maximal 1 EL Öle oder pflanzliche Margarine.

In dieser Zeit sollten alle alle tierischen Produkte  ( Ei, Milch, Qurk, Yoghurt, Molke, Käse, Wurst, Fleisch, Fisch, Meeresfrüchte ) und auch Brot, Kuchen, alle anderen Getreideerzeugnisse, Flocken, Körner, alle Süßigkeiten und Süßmittel, auch Honig, Rohrzucker, Ahornsirup u.ä. weggelassen werden. Unbedingt vermeiden: alle Genussmittel wie Schokolade, Alkohol, Bohnenkaffee schwarzer, grüner, weißer Tee, kohlensäurehaltige Wasser, alle Mixgetränke wie Limo, Cola, Eistee, u.ä, auch keine Fitness- oder Vitaldrinks

Zusätzlich, auch wenn kein Durst besteht, gleichmäßig über den Tag verteilt ca 2-3 Liter trinken: 2 Liter Leitungswasser 15 min gekocht, Kräutertees, eine Mahlzeit kann ersetzt werden mit verdünnten reinen Gemüse- oder Obstsäften ohne Zucker- oder anderen Zusätzen

Folgende Maßnahmen unterstützen die Kur: Morgens 30 Minuten flott laufen oder gehen, Ölziehen, Trockenbürsten, wechselwarme Duschen oder Kneippen. Mittags 30 Minuten im Freien spazieren gehen, danach 1 Stunde hinlegen mit feuchtwarmem Leberwickel, dabei Kopf und Beine erhöht lagern. Abends 30 Minuten leichte Körperübungen wie Yoga, Qigong oder Gymnastik, kreative Tätigkeiten: Tagebuch schreiben, malen, 30 Minuten Meditation oder Atemübungen am offenen Fenster oder im Freien, möglichst zeitig vor Mitternacht ins Bett, reichlich schlafen und Aufstehen ohne Wecker. Empfehlenswert für die gesamte Zeit ist „Medienfasten“: Internet, Handy, Fernsehen, Zeitungen weit weg legen.

Ab Aufbauphase möglichst noch einige Tage ohne Kuchen, Wurst, Fleisch, Fisch, Milchprodukte und Genussmittel wie Kaffee, Schokolade und Alkohol auskommen. Stark gezuckerte Speisen und Getränke, Knabbermischungen, Milch, Fertigprodukte, sowie fettiges, salziges Essen meiden.

Viel Erfolg und Freude beim Kuren wünscht Ihre HP Christine Ackermann

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Ackerschachtelhalm Zubereitung und Anwendung

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Der Ackerschachtelhalm / Zinnkraut (so genannt, weil die siliciumhaltigen Stengel früher zum Putzen des Zinngeschirrs verwendet wurden) ist eine altbekannte Heilpflanze, die auch heute noch vielseitige Verwendung findet. Wichtig ist zu wissen, dass sie eine ambivalente Wirkung hat: ausscheidend und aufbauend. Entscheidend für die Wirkung der Pflanze ist ihre Zubereitung.

Als getrocknetes Kraut aus zertifizierter Herkunft wird Herba Equisetae aufgebrüht und dient zur Anregung von Blase und Niere. Dadurch sorgt es für eine erhöhte Ausscheidung von Flüssigkeiten über diese Systeme. Dabei werden neben Harnstoff und anderen Stoffwechselprozessen auch Mineralien ausgeschieden. Für eine milde Teekur mit Ackerschachtelhalm ist die  Dosierung für einen Erwachsenen: 1-2 Teelöffel auf 200 ml Wasser. 10-12 Minuten zugedeckt ziehen lassen, dann den Tee abgießen und körperwarm trinken. Vorzugsweise am Morgen über 3-4 Wochen.

Als getrocknete und pulverisierte Pflanze eingenommen kann der Ackerschachtelhalm unserem Organismus Mineralien, besonders Silicium zuführen. Die empfohlene Dosis für die Anwendung von Schachtelhalmpulver ist: zu jeder Mahlzeit eine Messerspitze zusammen mit dem Essen einnehmen über mindestens 8 Wochen, besser sind 3 Monate. Die Kur kann nach einem Vierteljahr wiederholt werden.

Zuletzt möchte ich noch eine Anwendung besprechen, die sich in meiner Praxis bewährt hat.  Der Ackerschachtelhalm ist auch bekannt für seine äußere aufbauende Wirkung bei Schrunden, Rissen und anderen Hautproblemen, denen substanzverminderende Ursachen zugrunde liegen. Als Salbenzubereitung am besten mehrmals am Tag dünn auftragen. Zusätzlich kann in der Nacht ein Salbenverband gemacht werden. 

Rezept für die Salbe aus dem Ackerschachtelhalm: 50 gr getrocknetes, zerkleinertes Ackerschachtelhalmkraut in einen Topf geben, soviel Olivenöl dazu geben, dass die Pflanzenanteile sich locker darin bewegen können. Alles im Ofen bei einer Temperatur von 50-60°C einen halben Tag ziehen lassen, ab und zu umrühren. Dann das Öl abgießen und die Kräuter zusätzlich gut ins Öl ausdrücken. Das so gewonnene Kräuteröl abmessen und in einem Verhältnis von 1:10 mit Bienenwachs mischen (100 gr. Öl auf 10 gr. Bienenwachs). Beides zusammen noch einmal leicht erwärmen, bis sich das Wachs gelöst hat und noch warm in kleine Dosen oder clic-Gläschen füllen. Möglichst luftdicht verschließen. Im Kühlschrank hält sich die Salbe etwa ein Jahr.

 

 

Winter aus Sicht der TCM

Nach der Übergangszeit von Herbst zu Winter beginnt um den 15. November die Winterzeit. Diese Einteilung der  Jahreszeiten meint immer die energetischen Inhalte – also  die Wandlungen von Yang zu Yin und wieder zu Yang im ewigen Kreislauf. Das äußere Wetter ist nicht immer konform mit der inneren Energie in unserer Umwelt. Manchmal schneit es im November das erste Mal und die Temperaturen sinken unter den Gefrierpunkt, aber es kann auch wieder wärmer werden, wie manchmal an Weihnachten.

Jede Jahreszeit dauert etwa 72 Tage. Der Winter geht in den letzten Januartagen zu Ende. Dann beginnt die Übergangszeit zum Frühling. Energetische Winter-Mitte ist der 21.Dezember – es ist der Zeitpunkt der längsten Dunkelheit und der längsten Nacht. Die Yin-Energie hat sich zu diesem Zeitpunkt maximal ausgebreitet und das Yang hat sich soweit wie möglich zurückgezogen. In der Monade entspricht dieser Zustand diesem Bild: oben = Süden / Sommer ist das große Yang: hell mit dem kleinen Yin-Punkt in der Mitte. Unten Yin = Norden / Winter ist das dunklere Feld mit dem kleinen hellen Yang-Anteil in der Mitte.
Yin Und Yang, Gegenstück, ErgänzungDas große Yin wird durch die tiefer stehende Sonne, kurze Tage, Kälte und trübes Licht angezeigt. diese Veränderungen entsprechen dem Bild des großen Yin. In der Pflanzenwelt wirkt sich das große Yin  in der äußeren Erscheinung so aus: Bäume und oberirdische ausdauernde Pflanzen sind äußerlich starr und blattlos. Im Inneren haben sich Säfte und Wärme ins Mark und die Wurzeln zurück gezogen. Einige Tiere halten Winterschlaf. Auch da ist Körperwärme tief im Inneren gespeichert und die Aktivität (Yang) von Stoffwechsel und Blutkreislauf ist abgesenkt.

Wir Menschen haben als biologisches System ähnliche Anpassungen wie in der Tierwelt. Auch unserer Yang  zieht sich ins Innere zurück. In der TCM – Pulsdiagnose erscheint diese Zurückziehung des Yang  als veränderte Pulsqualität hin zu tief und kurz. Unser Organismus schützt sich vor äußerer Kälte, indem das Abwehr Qi – auch genannt Wei-Qi im Immunsystem eine unsichtbare Barriere aufbaut, um äußere pathogene Einflüsse wie Kälte und Krankheitserreger abzuwehren. Durch den Überschuss an Yin-Energie sind viele Menschen verstärkt ruhebedürftig, haben durch das tief verborgene Yang weniger Antrieb und mehr Appetit.

Die dunkle JahreszeitWinter, Baum, Outddor, Natur, Kälte kommt unserem natürlich angelegten biologischen Bedürfnis nach vermehrtem Schlaf und Ruhe in dieser Zeit entgegen. Historisch wurde im Winter noch bis ins frühe 19. Jahrhundert als Ausgleich zur langen Sommerzeit viel mehr geschlafen, auch notwendigerweise durch die damaligen Wohn- und Arbeitsbedingungen. Heute machen es flächendeckende Heizung und Beleuchtung möglich, Tag und Nacht zu arbeiten und die Freizeitbeschäftigungen ebenso zeitlich unbegrenzt auszudehnen. Auch unsere Ernährung entspricht leider nicht mehr den natürlichen Bedürfnissen, die unser Organismus in dieser Jahreszeit hat. Sommergemüse und Obst ganzjährig mögen ein großer Fortschritt sein, aber gesundheitsfördernd sind Tomaten, Erdbeeren und Kopfsalat im Winter nicht. Traditionell bestand  bei unseren Ahnen das Essen aus gehaltvollen Zutaten, die wärmend und nährend sind ( siehe meine Rezepte zur Winterzeit).

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Schlafrhythmus, Lebensweise und Ernährung an die Jahreszeit anzupassen – das ist auch heutzutage wünschenswert! Warum? Weil wir leistungsfähiger und gesünder bleiben, wenn wir uns bedarfsgerecht versorgen und leben. Das ist nicht schwer. Und gute Laune macht es auch!

Einen schönen Winterbeginn Ihnen / Euch Allen! Heilpraktikerin Christine Ackermann