Archiv des Autors: Naturheilpraxis Ackermann

Über Naturheilpraxis Ackermann

Heilpraktikerin mit Schwerpunkt Chinesische Medizin und Akupunktmassage

Winter aus Sicht der TCM

Nach der Übergangszeit von Herbst zu Winter beginnt um den 15. November die Winterzeit. Diese Einteilung der  Jahreszeiten meint immer die energetischen Inhalte – also  die Wandlungen von Yang zu Yin und wieder zu Yang im ewigen Kreislauf. Das äußere Wetter ist nicht immer konform mit der inneren Energie in unserer Umwelt. Manchmal schneit es im November das erste Mal und die Temperaturen sinken unter den Gefrierpunkt, aber es kann auch wieder wärmer werden, wie manchmal an Weihnachten.

Jede Jahreszeit dauert etwa 72 Tage. Der Winter geht in den letzten Januartagen zu Ende. Dann beginnt die Übergangszeit zum Frühling. Energetische Winter-Mitte ist der 21.Dezember – es ist der Zeitpunkt der längsten Dunkelheit und der längsten Nacht. Die Yin-Energie hat sich zu diesem Zeitpunkt maximal ausgebreitet und das Yang hat sich soweit wie möglich zurückgezogen. In der Monade entspricht dieser Zustand diesem Bild: oben = Süden / Sommer ist das große Yang: hell mit dem kleinen Yin-Punkt in der Mitte. Unten Yin = Norden / Winter ist das dunklere Feld mit dem kleinen hellen Yang-Anteil in der Mitte.
Yin Und Yang, Gegenstück, ErgänzungDas große Yin wird durch die tiefer stehende Sonne, kurze Tage, Kälte und trübes Licht angezeigt. diese Veränderungen entsprechen dem Bild des großen Yin. In der Pflanzenwelt wirkt sich das große Yin  in der äußeren Erscheinung so aus: Bäume und oberirdische ausdauernde Pflanzen sind äußerlich starr und blattlos. Im Inneren haben sich Säfte und Wärme ins Mark und die Wurzeln zurück gezogen. Einige Tiere halten Winterschlaf. Auch da ist Körperwärme tief im Inneren gespeichert und die Aktivität (Yang) von Stoffwechsel und Blutkreislauf ist abgesenkt.

Wir Menschen haben als biologisches System ähnliche Anpassungen wie in der Tierwelt. Auch unserer Yang  zieht sich ins Innere zurück. In der TCM – Pulsdiagnose erscheint diese Zurückziehung des Yang  als veränderte Pulsqualität hin zu tief und kurz. Unser Organismus schützt sich vor äußerer Kälte, indem das Abwehr Qi – auch genannt Wei-Qi im Immunsystem eine unsichtbare Barriere aufbaut, um äußere pathogene Einflüsse wie Kälte und Krankheitserreger abzuwehren. Durch den Überschuss an Yin-Energie sind viele Menschen verstärkt ruhebedürftig, haben durch das tief verborgene Yang weniger Antrieb und mehr Appetit.

Die dunkle JahreszeitWinter, Baum, Outddor, Natur, Kälte kommt unserem natürlich angelegten biologischen Bedürfnis nach vermehrtem Schlaf und Ruhe in dieser Zeit entgegen. Historisch wurde im Winter noch bis ins frühe 19. Jahrhundert als Ausgleich zur langen Sommerzeit viel mehr geschlafen, auch notwendigerweise durch die damaligen Wohn- und Arbeitsbedingungen. Heute machen es flächendeckende Heizung und Beleuchtung möglich, Tag und Nacht zu arbeiten und die Freizeitbeschäftigungen ebenso zeitlich unbegrenzt auszudehnen. Auch unsere Ernährung entspricht leider nicht mehr den natürlichen Bedürfnissen, die unser Organismus in dieser Jahreszeit hat. Sommergemüse und Obst ganzjährig mögen ein großer Fortschritt sein, aber gesundheitsfördernd sind Tomaten, Erdbeeren und Kopfsalat im Winter nicht. Traditionell bestand  bei unseren Ahnen das Essen aus gehaltvollen Zutaten, die wärmend und nährend sind ( siehe meine Rezepte zur Winterzeit).

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Schlafrhythmus, Lebensweise und Ernährung an die Jahreszeit anzupassen – das ist auch heutzutage wünschenswert! Warum? Weil wir leistungsfähiger und gesünder bleiben, wenn wir uns bedarfsgerecht versorgen und leben. Das ist nicht schwer. Und gute Laune macht es auch!

Einen schönen Winterbeginn Ihnen / Euch Allen! Heilpraktikerin Christine Ackermann

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Die Herbstkur 2018

Kuren im Frühjahr sind populär und viele Menschen haben davon zumindest schon einmal gehört und sogar ausprobiert. Einige wenden diese Gesundheitsvorsorge sogar jährlich an. Weshalb nun eine Kur im Herbst? 

In der Herbstkur geht es hauptsächlich darum, die Organsysteme des Herbstes: Lunge, Dickdarm und Haut zu reinigen und zu stabilisieren. Im Herbst erreichen wir ebenso wie im Frühjahr zur sogenannten Scharnierzeit = Übergang Sommer zum Winter unsere inneren Depots und sorgen für eine Reinigung, Ausleitung und Umstimmung des Systems. Eine gute Prophylaxe zur Vermeidung chronischer Krankheiten, Ablagerungen von Stoffen, die der Organismus nicht ausscheiden kann und Regulationsstörungen des Immunsystems. Die Herbstkur aktiviert unseren „inneren Arzt“ – die Selbstheilungskräfte.

Die Herbstkur mit Reis, Gemüse und Obst ist unkompliziert, gut verträglich und wirksam. Ich kure jedes Jahr selbst und gebe gern Unterstützung in meiner eigenen Praxis. Für die eigene Planung bitte folgende Punkte beachten:

  1. den Tagesablauf optimieren, genügend Ruhepausen und Freiräume einplanen
  2. keine Veranstaltungen, Familienfeiern und Reisen
  3. die häusliche Gemeinschaft über verändertes Essen informieren
  4. kreative Tätigkeiten wieder oder neu aufnehmen
  5. sportliche Aktivitäten und Bewegung an frischer Luft erhöhen
  6. Kurdauer: nach den individuellen Möglichkeiten festlegen: mindestens 3 Tage, längstens 12 Tage, optimal sind 9 Tage
  7. günstiger Zeitraum: liegt immer in der abnehmenden Mondphase in diesem Jahr 26.September bis 08. Oktober. 
  8. der Neumondtag kann als Übergang zur Aufbauzeit genutzt werden. Wer mag, kann am  Neumondtag am 09. Oktober einen reinen Trinktag einlegen mit Wasser, Kräutertee und verdünnten Säften.
  9. Aufbautage: idealerweise in die zunehmende Mondphase legen und die Ernährung schrittweise erweitern, indem jeden Tag ein Nahrungsmittel zu der Reis-Gemüse-Obst-Basis zugefügt wird.

Die oben vorgeschlagenen Nahrungsmittel eignen sich für eine begrenzte Zeit und sind für alle gesunden volljährigen Personen geeignet. Allen anderen Menschen empfehle ich einen geeigneten Therapeuten vor Ort.

Die Kur wird durchgeführt mit Vollkorn-Rundkornreis, gekochtem Gemüse, gekochtem Obst, jeweils eine Sorte pro Mahlzeit.

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Ergänzend kann zugefügt werden: bei warmem Wetter eine sehr kleine Menge Rohkost maximal 1-2 EL pro Mahlzeit, frische Würzkräuter, eine kleine Menge Braunhirse, Weizenkeime oder Sesam

Die Mengenverhältnisse sollten etwa 2/3 Reis zu 1/3 Gemüse oder Obst betragen. Gegessen kann von beiden Anteilen soviel, wie für eine Sättigung erforderlich sind.

 Empfehlenswert ist es, während der Kurzeit 2-3 Liter warm zu trinken. Als Getränke eignen sich milde Kräutertees aus: Maishaar, Brennessel, Lungenkraut, Ackerschachtelhalm und Salbei. Am besten, weil thermisch neutral, ist heißes Wasser.

Die Anzahl der Mahlzeiten richten sich nach dem individuellen Bedarf, in den meisten Fällen müssen gegebene Gewohnheiten nicht verändert werden.

Es sollten etwa 4-5 Stunden zwischen den einzelnen Mahlzeiten liegen

Immer warm und frisch zubereitet essen, in Ausnahmefällen kann vorbereitetes Essen unterwegs verzehrt werden.

Die Gestaltung der Kurzeit umfasst nicht nur die Ernährung. Die Veränderung des Essens und der Getränke sind zwar ein Hauptaspekt, aber auch andere Maßnahmen sind wichtig für den Kureffekt:

für die Lunge: Atemübungen, Aufenthalt im Freien, Reinigung und Pflege der Schleimhäute in Nase, Rachen und Zunge mit Emser Salz, Dampfbädern, Ölziehen

für den Dickdarm: milde Darmreinigung, Bauchmassage, Einnahme von Präparaten zum Aufbau einer natürlichen Darmflora in der Aufbauphase

für die Haut: Sauna, Trockenbürsten, Abreibungen mit Obstessig, Massage

Ziele der Herbstkur sind:

Reinigen und Ausleiten der Abfallstoffe des Sommers, die besonders durch eine kühlende und befeuchtende Ernährung entstanden sind (in der TCM als „Feuchte Kälte“ bekannt)

Stärkung des Immunsystems vor der Winterperiode durch eine Regenerierung der Darmschleimhaut – unser größtes Immunsystem

Verbesserung und Verhinderung von Frühjahrsbeschwerden wie Reizungen des Atemtraktes durch Wetterwechsel, Ansammlungen von Schleim in den Stirn- und Nasennebenhöhlen, allergische Reaktionen in Nase, Augen, Bronchien und Haut

Herbst 2018 aus Sicht der chinesischen Medizin

Der Herbst ist da! Und es fühlt sich auch so an nach der nach der langen Gluthitze und Trockenheit in diesem Jahr. Dieser vergangene Sommer entspricht übrigens der Jahres-Energie Feuer-Hahn. Die Tage werden kürzer und die Nächte kühler,  jetzt ist eine spürbare Entspannung zu bemerken. Pünktlich  am 1. September ist der Herbst zum meterologischen Herbstanfang eingetroffen. Der 23. September ist dann der der kalendarische Herbstanfang. Der energetische Herbstanfang im August vermerkt die inneren, noch nicht sichtbaren Prozesse.  Nach einer kurzen Übergangszeit (Dojo= Erdezeit) von Anfang bis Mitte August verändert sich die Sommer-Qualität „zerstreuend“  zu „absenkend“ im Herbst. Dies ist überall spürbar. Die Säfte in den Pflanzen steigen langsam ab. Die meisten Bäume bereiten sich darauf vor, ihr Laub abzuwerfen, Nährstoffe und Grundenergie zur Speicherung umzuwandeln. Die Speicherung in den Wurzeln erfolgt dann meist in der zweiten Herbst-Hälfte mit den kühleren Winden und vermehrter äußerer Feuchtigkeit.

Die Gesamtdauer des Herbstes aus energetischer Sicht beträgt etwa 72 Tage:  der Herbstanfang  liegt Mitte August, am 23.September ist Herbstmitte und Ende Oktober geht der Herbst  zu Ende. Danach beginnt die Übergangszeit zum Winter. Wir Menschen sind ebenso wie Pflanzen und Tiere ein Teil der Natur und besitzen ein Energiesystem, das mit den Umweltbedingungen korrespondiert. Schon ganz früh, noch vor äußeren Veränderungen des Wetters oder des Klimas passt sich unser Körper an die Veränderungen an. Ein geübter Mediziner, der mit der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) arbeitet, kann an der veränderten Pulsqualität, an subtilen Veränderungen der Gesichtsfarbe und des Zungenbefundes die Energieumstellung  bemerken. Die Herbstzeit wird der Wandlungsphase „Metall“ mit den Funktionskreisen Lunge-Dickdarm zugeordnet. Deshalb ist im Herbst das System Lunge / Dickdarm für Therapien besonders ansprechbar, aber auch für Störungen und Krankheiten. Eine gute Maßnahme ist es deshalb, die Herbstzeit für eine Kur zu nutzen, die den Dickdarm reinigt und stabilisiert. Für die Lunge sind Atemübungen aus Qigong, Yoga und aus unserer europäischen Tradition z.B. nach Middendorf zu empfehlen.

cropped-mushrooms-454172_960_720.jpgAnleitung dazu in: Die Herbstkur 2018

Ich wünsche Ihnen einen wunderschönen, goldenen Herbst in Fülle und Harmonie!

Ihre Heilpraktikererin Christine Ackermann