Erholsamer Sommerschlaf aus Sicht der TCM

DSCF2138Bei Sommerhitze nachts zur Ruhe zu kommen, ist für Groß und Klein nicht einfach. Aber für Menschen mit energetischen Disharmonien ist es bei extremen Witterungsbedingungen noch viel schwerer, in einen erholsamen Schlaf zu sinken. Aus der energetischen Sicht der TCM gibt eine Vielzahl vom Ursachen, die gerade im Sommer Schlafstörungen verursachen oder verschlimmern können. Liegt  zum Beispiel eine „innere Hitze“ vor oder ernährt sich ein Mensch mit Magen/Dickdarm-Stau im Sommer noch zusätzlich mit scharfen Speisen, verbinden sich die äußeren klimatischen Bedingungen mit den inneren Problemen und verschlimmern die Situation.
In der Verteilung von Ying und Yang-Energie im Organismus kommt es zu Verschiebungen und damit insgesamt oder in einigen Organsystemen zu Ungleichgewichte. Es treten dann energetische  Leere- und Fülle-Störungen auf. Komplexe Leere-Muster entstehen durch Erschöpfung der festen Substanzen und der Körpersäfte mit Anstieg von innerer Hitze ( Yang). Meist durch höheres Alter, Wechseljahre oder zehrende Krankheiten bedingt. Aber ein Leere-Muster kann auch entstehen bei anhaltender Überforderung in jüngerem Alter. Die klassische Aussage der Betroffenen dazu ist meist: „Ich bin total müde, kann aber vor Erschöpfung nicht einschlafen Beim Aufwachen oder schon mitten in der Nacht kommt es zu Schweißausbrüchen und Hitze-Stau. Auch sehr zeitiges Aufwachen zur Lunge-Zeit zwischen 03 – 05 Uhr zählt zu diesem Beschwerdekomplex. Schnelle Hilfe für Leereproblematiken und innere Unruhe: ein Glas zimmerwarmes Bier oder eine Tasse warme Milch mit Honig.
Dem gegenüber stehen die Fülle-Muster. Entweder sind sie schon durch eine genetische bedingte Yang- Konstitution angelegt oder auch durch eine ungünstige Ernährung (fettig, salzig, viel Fleisch, scharf, viel Alkohol, Rauchen) entstanden. Sie verschlimmern sich noch durch bewegungsarmem Lebensstil und eine zornige und bestimmende Geisteshaltung. Diese Prozesse führen mit der Zeit zu einer Anhäufung von Abfallprodukten im Körper. Die Symptomatik wird hier eher sein: schnarchen, unruhiger Schlaf, Aufwachen in der Nacht, bevorzugt in der Leber-Zeit zwischen 01 – 03 Uhr. Es kann morgens zu einem Zerschlagenheitsgefühl kommen. Schnelle Hilfe für Fülle-Problematiken: ein Spaziergang vor dem Schlafengehen, entlastende, ruhige Körperübungen, ein lauwarmer Leberwickel.

Was können Sie zusätzlich tun?
Für ein gut gelüftetes, etwas abgedunkeltes  Schlafzimmer sorgen. Es empfiehlt sich, das Bett für den Sommer etwas umzugestalten. Ich habe selbst vor einigen Tagen festgestellt, dass ich immer noch unter der Wolldecke liege und schwitze und mich aufdecke. Also raus mit den Wollsachen und getauscht gegen eine leichte Baumwoll-Decke oder einen ungefüllten Bettbezug und ein kühlendes Kopfkissen (evtl mit Füllung von Hirse oder Haferspelzen)! Auch ein Seiden-Unterbett unter dem Laken kühlt. Die Bettwäsche ist optimal, wenn sie auch kühlenden Naturfasern mit Leinen, Baumwolle oder Seide besteht. Da sich das wei Qi (Abwehrenergie) in der Nacht nicht unter der Körperoberfläche zirkuliert, sondern sich weit ins Körperinnere zurückzieht, ist unser Organismus ungeschützter gegen äußere pathogene Einflüsse wie Hitze, Feuchtigkeit oder Wind. Deshalb wird aus Sicht der ‚TCM empfohlen, den Körper immer zu bedecken – notfalls nur mit einem Laken oder etwas anzuziehen und auf Vermeidung von Zugluft beim Schlafen zu achten. Vor dem Schlafengehen ist eine lauwarme Dusche gut, noch besser aber ist es, sich mit einem feucht-kühlen Waschlappen abzuwaschen und danach nur leicht trocken zu tupfen. Die Poren sollten offen bleiben, um einen normalen Feuchtigkeitsaustausch zu gewährleisten, der zugleich auch die Oberfläche kühlt. Deshalb keine Öle oder Lotionen auf die Haut auftragen. Falls benötigt, etwas Puder in die Hautfalten geben.
Das Essen nicht zu spät und zu üppig gestalten, statt konzentriertem Alkohol wäre eine Wein- oder Saft-Schorle gut. auch Minzetee, abgekühlt mit Zitrone erfrischt und erleichtert später das Schlafen.

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Daneben können folgende Tees helfen:
Für Menschen, die nachts aufwachen und schlecht wieder einschlafen: hier wende ich mit Erfolg einen entstauenden, ableitenden Tee an, der allerdings nicht zu spät getrunken werden sollte – idealerweise nach der letzten Mahlzeit. Er fördert die Ausscheidung. Mischen Sie jeweils einen Teelöffel Pfefferminzkraut, Schafgarbe und gestoßenen Kümmel und Kardamon, überbrühen Sie von dieser Mischung 1-2 Teelöffel mit einem Viertelliter kochendem Wasser. 10 Minuten ziehen lassen, dann lauwarm schluckweise trinken.
Ein leichter Tee für Menschen, die abends nicht zur Ruhe kommen und schlecht einschlafen: je einen Teelöffel Rosenblütenblätter, Melissenkraut, Ringelblumenblüten und Passionsblumenkraut mit einem Viertelliter kochendem Wasser überbrühen, 5 Minuten zugedeckt ziehen lassen  und etwa 2 Stunden vor dem Schlafengehen lauwarm trinken. Als Einzeltee eignen sich auch Baldriantee und / oder Hopfenzapfen. Beides wirkt stärker als der Blütentee oben und ist aber kräftiger und etwas bitter.

An dieser Stelle kann ich wie immer nur allgemeine Ratschläge erteilen, die dem gesunden Menschen als Gesundheitspflege dienen und als Unterstützung bei leichten Befindlichkeitsstörungen angewandt werden können. Sollten Sie krank sein, eine ursächliche Behandlung wünschen oder Ihre Störungen über längere Zeit haben, suchen Sie bitte einen geeigneten Therapeuten auf.

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