Stärkendes aus der Schlehe

Der Schlehdorn / Schwarzdorn / Prunus spinosa

2015-10-18 13.27.38

Medizinische Wirkung: Die Blüten, Rinde und Früchte wirken adstringierend (zusammenziehend), harntreibend, schwach abführend, fiebersenkend, magenstärkend und entzündungshemmend. Die frischen Triebspitzen sind besonders kreislaufanregend, blutdrucksteigernd und werden als Tonikum bei zu langer Rekonvaleszenz  und psychischem Ausgelaugtsein /bourn out empfohlen.  Ein Bütenaufguss wird besonders bei Kindern bei Durchfallerkrankungen, bei Blasen- und Nierenproblemen und Magenbeschwerden eingesetzt. Schlehenblütenelixier gilt als geeignetes Stäkungsmittel nach Infektionskrankheiten. Schlehenmus und die Tinktur aus den Früchten wird wegen der adstringierenden Wirkung in der chinesischen Medizin als Nieren-Qi-Stärkung besonders im Winter geschätzt.

Die Blüten sind reinweiß und erscheinen im März -April am kahlen Strauch, lange vor dem Blattaustrieb. Wirksame Inhaltstoffe sind hauptsächlich Flavonoide. Aus frischen Blüten können Schlehenelixier und Schlehenöl hergestellt werden.

Die Früchte sind zuerst sommergrün, später blauschwarz bereift. Unreif – Grün können sie traditionell eingelegt werden wie Oliven. Für die Verarbeitung zu Mus u.ä. sind sie erntereif  etwa ab Ende Oktober bis in die erste Frostperiode hinein.. Später dienen sie einigen Vogelarten als Winternahrung und sind deshalb nur noch vereinzelt zu finden.Die Früchte enthalten Anthocyane und haben einen hohen Gehalt an Gerbstoffen,  Zucker, Fruchtsäuren und Vitamin C.  Die Samen/Kerne enthalten Blausäureglycoside. Diese können bei der Zubereitung von Tinktur und Likör in geringen, ungefährlichen Mengen in die Flüssigkeit übergehen.

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Schlehentinktur: Ein klares Glas  mit frischen Früchten füllen. Mit Doppelweizenkorn oder Gin ( Wacholderbrand), auffüllen, bis die Früchte bedeckt sind. An einem hellen Platz 8-10 Wochen stehen lassen, gelegentlich schütteln. Dann abseihen, die Früchte ausdrücken. In einem Braunglas dunkel aufbewahren. Dosierung: 1 Teelöffel in etwas warmem Wasser, 1-2 mal täglich.

Schlehenlikör: 1 kg Schlehenfrüchte frisch oder gefrostet, 250 gr Kandiszucker, 1Vanilleschote in ein geeignetes Glas füllen. Auffüllen bis alles bedeckt ist mit Doppelweizenkorn oder Wodka , auch Schlehenbrand wäre eine gute Wahl. An einem kühlen und dunklen Platz lagern und „vergessen“. Genußfertig etwa nach einem Vierteljahr. Dann hat der Kandis sich aufgelöst und der Likör kann abgefiltert werden

Schlehenmus: die frischen oder gefrosteten Früchte mit ganz wenig Wasser zugedeckt weich kochen. Die Früchte durch eine Flotte Lotte drehen. 1 kg Frucht ergibt ca 500 gr. Mus. Das Mus kann mit Vanille, Nelke und Zimt gewürzt werden. Es können wie bei Holunderbeeren für einen milderen Geschmack  Birnen oder Äpfel mitgekocht werden ( Verhältnis 1- 2 Teile Apfel/Birne zu  2-3 Teile Schlehe).  Für eine längere Haltbarkeit das Mus kochend heiß in kleine Clic-Gläser wie Apfelmus einmachen. Anwendung als Winter-Tonikum: täglich einen Teelöffel einnehmen.

TIPP:

Wenn die Früchte noch keinen Frost hatten, dann enthalten sie doppelt soviel Gerbstoffe wie nach dem Frost. Für medizinische Zwecke ist dies manchmal erwünscht. Um den Gerbstoffgehalt für Genuss-Rezepte wie Likör, Gelees oder Marmeladen zu senken, kann man die Früchte für einige Tage in den Tiefkühlschrank legen.

Das Mus eignet sich auch als Ausgangsmaterial für eine herbe Marmelade – diese nach Vorschrift mit Gelierzucker bereiten,

 

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