Die Fünf-Elemente Frühjahrskur

Im Frühling einige Tage den Organismus bei der Entgiftung und Reinigung unterstützen hat sich bewährt. In Eigenverantwortung kann für eine festgelegte Zeit die Ernährung umgestellt werden, gleichzeitig die körperliche Bewegung verbessert und die Belastung der Sinnesorgane in dieser Zeit reduziert werden. Dabei gibt es viele Möglichkeiten, die vom klassischen Heilfasten bis zum Intervall-Fasten. Auch gebräuchlich ist, unabhängig von der Ernährung einige ungünstige Gewohnheiten vorübergehend oder dauerhaft zu unterlassen wie z.B. den Konsum von Tabak, Alkohol, Zucker oder auch die Benutzung von Medien.

Eingangs einige grundsätzliche Erfahrungen, die bei der Planung einer Frühjahrskur berücksichtigt werden sollten: Mindestes 6, besser 9 oder 12 Tage einplanen. Ideal ist es in der abnehmenden Mondphase mit einer Kur anzufangen. Am Neumondtag kann ein Ruhetag ohne Arbeit und Termine eingelegt werden, an dem entweder nur Flüssigkeiten wie Säfte, Wasser, Tee zu sich genommen werden oder fein pürierte Suppen. An diesem Tag kann auch besonders gut die Entgiftung der Haut durch saunieren bei milder Hitze bei 60°C unterstützt werden. Es ist gut, schon Sauna-Erfahrungen gesammelt zu haben um zu wissen, wie der Kreislauf reagiert. Vor und nach dem Saunagang zusätzlich Wasser trinken. Nach Neumond langsam über den gleichen Zeitraum wie die Abbauzeit die Ernährung wieder aufbauen. Dabei kann schon im Vorfeld überlegt werden, welche ungünstige Gewohnheiten entweder ganz oder teilweise für eine gesündere Ernährung und Lebensweise aufgegeben werden könnten.

In diesem Jahr sind die geeigneten Zeiten für die Kur vom 28.02. – 13.03.= Neumondtag und vom 29.03. bis 12.04.. Ab 14.3. und ab 13.4. können dann einige Aufbautage folgen.

Die hier empfohlene Fünf-Elemente-Ausleitungskur besteht aus drei Hauptmahlzeiten mit warmem Essen. Wichtig ist gekochtes oder im Ofen gebackenes Essen aus Gemüse und Kräutern, damit der Verdauungstrakt genügend Wärme zum verdauen und ausleiten bekommt. Dazu in kleinen Mengen frische Keimlinge und Sprossen, etwas Obst und eine Handvoll Nüsse, Samen oder Trockenfrüchte. Eine kleine Menge gekochter Hülsenfrüchte z.B. getrocknete Bohnen, Erbsen, Linsen, Kichererbsen oder gekochter Dinkel / Grünkern ergänzt das Gemüse sinnvoll. Alles natürlich möglichst regional, saisonal und unbehandelt.Gemüse: Broccoli, Chicoree, Fenchel, Möhren, Paprika, Pastinaken, Rote Bete, Topinambur, Lauch, Zwiebeln, Radieschen, alle Kohlarten, Süßkartoffel, Kürbis, selten Kartoffel
frisch: Sauerkraut, Rettich, Feldsalat, Rauke, Postelein, Spinat, Brennnessel, Bärlauch, Löwenzahn, Dill, Kerbel, Rosmarin, Salbei, Thymian, Algen. Alle Gemüse und Salate zur besseren Verdauung mit Essig/Zitrone und etwas Öl marinieren und 5 min an der Luft fermentieren lassen.
Sprossen von: Amarant, Kichererbsen, Linsen, Luzerne, Rettich
Obst: Äpfel, Birnen, Pampelmusen, Ananas, Papaya ( Bitterstoffe, Verdauungsenzyme) alles in kleinen Mengen maximal 1-2 x täglich 1/2 Frucht, nur eine Sorte
Zusätzlich: Walnüsse, Haselnüsse, Mandeln ( 3-5 Stück/Tag) oder maximal 1 EL Sesam, Amarant, Qinoa, oder 2-3 Stück Trockenfrüchte, maximal 1 EL Öle oder pflanzliche Margarine.

In dieser Zeit sollten alle alle tierischen Produkte  ( Ei, Milch, Quark, Joghurt, Molke, Käse, Wurst, Fleisch, Fisch, Meeresfrüchte ) und auch Brot, Kuchen, alle anderen Getreideerzeugnisse, Flocken, Körner, alle Süßigkeiten und Süßmittel, auch Honig, Rohrzucker, Ahornsirup u.ä. weggelassen werden. Unbedingt vermeiden: alle Genussmittel wie Schokolade, Alkohol, Bohnenkaffee schwarzer, grüner, weißer Tee, kohlensäurehaltige Wasser, alle Mixgetränke wie Limo, Cola, Eistee, u.ä, auch keine Fitness- oder Vitaldrinks

Zusätzlich, auch wenn kein Durst besteht, gleichmäßig über den Tag verteilt ca 2-3 Liter trinken: 2 Liter Leitungswasser 15 min gekocht, Kräutertees, eine Mahlzeit kann ersetzt werden mit verdünnten reinen Gemüse- oder Obstsäften ohne Zucker- oder anderen Zusätzen

Folgende Maßnahmen unterstützen die Kur: Morgens 30 Minuten flott laufen oder gehen, Öl-Ziehen, Trockenbürsten, wechselwarme Duschen oder Kneippen. Mittags 30 Minuten im Freien spazieren gehen, danach 1 Stunde hinlegen mit feuchtwarmem Leberwickel, dabei Kopf und Beine erhöht lagern. Abends 30 Minuten leichte Körperübungen wie Yoga, Qigong oder Gymnastik, kreative Tätigkeiten: Tagebuch schreiben, malen, 30 Minuten Meditation oder Atemübungen am offenen Fenster oder im Freien, möglichst zeitig vor Mitternacht ins Bett, reichlich schlafen und Aufstehen ohne Wecker. Empfehlenswert für die gesamte Zeit ist „Medienfasten“: Internet, Handy, Fernsehen, Zeitungen weit weg legen.

Ab Aufbauphase möglichst noch einige Tage ohne Brot, Kuchen, Wurst, Fleisch, Fisch, Milchprodukte und Genussmittel wie Kaffee, Schokolade und Alkohol auskommen. Stark gezuckerte Speisen und Getränke, Knabbermischungen, Milch, Fertigprodukte, sowie fettiges, salziges Essen meiden.

Allen Menschen, die wegen mangelnder Erfahrung oder wegen ihres Gesundheitszustandes, ihres Alters oder anderer Gründe unsicher sind, empfehle ich eine persönliche Anfrage bei mir oder eine Rückfrage bei einem anderen, damit erfahrenen Menschen.

Viel Erfolg und Freude beim Kuren wünscht Ihre HP Christine Ackermann

Der Frühling aus Sicht der TCM

In diesem Jahr war der energetische Frühlingsbeginn, der gleichzeitig der Jahresbeginn nach dem chinesischen Kalender ist,  etwa um den 11. Februar. Dieser Tag läutete auch das Jahr des Metall-Büffels ein. Der Frühlingsbeginn zeigt die veränderte Energie in der Natur an: die Sonne steigt höher, die  Keimlinge – noch versteckt im Boden – beginnen sich aufwärts zu bewegen, obwohl das Wetter in unseren Klimazonen noch winterlich ist.  Nicht täuschen lassen: was außen noch lange nicht so aussieht (Frost, Kälte) ist innen (Bäume, Pflanzen) schon im Umschwung begriffen. Der meteorologische Frühlingsbeginn kommt diesem Prozess  am Nächsten, er hat einen fixen Termin  am 01. März. Unser kalendarischer „Frühlingsanfang“ am 21.3. bezeichnet die Tag-und-Nacht-Gleiche die sich etwa vom 20.3. bis 23.3.  nach dem Stand der Sonne  einstellt. Energetisch gesehen ist jede Jahreszeit etwa 73 Tage lang. Die Frühlingsqualitäten  werden Ende April nach einer Übergangszeit von etwa 18 Tagen in die Wandlungsphase Sommer / Feuer übergehen.

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Die Frühlingszeit ist im Elemente-Zyklus dem Holz zugeordnet mit den energetischen Organbezügen zu Leber und Gallenblase. Das bedeutet, dass in der gesamten Frühlingszeit von Februar bis April diese beiden Organsysteme, aber auch die dazugehörenden Strukturen wie die Meridiane, die Emotionen Zorn und Traurigkeit, die Sinnesorgane Augen und die Körperregionen wie Kopf und Hüfte therapeutisch besonders gut beeinflussbar sind. In der Frühlingszeit können sich aber auch vermehrt Störungen in diesen Bereichen bemerkbar machen.

In unserem eher kalten mitteleuropäischen Klima mit unbeständigem trüb-feuchtem Winter und später Erwärmung ist der gefühlte Frühling also tatsächlich erst im März oder April da. Bis dahin sollte man sich auch mit der Kleidung und mit dem Essen noch angepasst an dieses Wetter verhalten: warme gekochte Speisen, warme Getränke, einen Schal und eine Kopfbedeckung  im Freien, auch wenn es sonnig ist!  Zu frühes Abwerfen der warmen Kleidung  führt zu den oft gesehenen Schnupfennasen, bei der pathogene Energie (PE: Kälte, Wind, Feuchtigkeit) von außen in den Körper eindringt. Diese Ursache für Schnupfen, Husten, Hals- und Ohrenschmerzen ist ebenso häufig anzutreffen, wie die viel beschworenen „Ansteckungen“, bei denen es  sich aus Mangel an körpereigener Abwehr um eine Übertragung von Krankheitserregern von einem Menschen auf den anderen handelt. Beides sollte logischerweise auch unterschiedlich behandelt werden. Es gibt allerdings auch innere Ursachen: das typische „Nase voll“- Repertoire als Antwort auf chronische Überforderung, Stress, Schlafmangel oder Störungen des Immunsystems, die sich z.B. durch Reaktionen im Frühjahr zeigen können. Am besten ist es, vor einer Erkrankung die nötigen Zusammenhänge zu verstehen und die nötigen Vorkehrungen zu treffen. Wenn sich Symptome zeigen, sollte schnell gehandelt werden, bevor äußere Störungen tiefer in den Organismus vordringen oder innere Ursachen zu chronischen Krankheiten führen.

Saunieren, Trockenbürsten, Öl-Ziehen und Kneipp-sche Güsse kurbeln schon im zeitigen Frühjahr die Entgiftung an. Frühjahrskuren mit bitter- ausleitenden Kräutern und Tautreten im Freien ist  erst sinnvoll, wenn es draußen etwas milder ist – sonst ist Frieren und innere Abkühlung unangenehme Begleiterscheinung. Ebenfalls hilfreich ist die Kenntnis des Mondstandes. Unser Organismus reagiert zu abnehmendem Mondstand und am Neumondtag besser auf Ausleiten und Entgiften und zum zunehmenden Mond besser auf aufbauende und einspeichernde Maßnahmen. Dieses alte Wissen erleichtert so die eigene Bewegung im Fluss der Energien und hilft bei der Planung. In diesem Frühjahr sind gute Zeiten um auszuleiten und zu entgiften vom 28.02. bis 13.03. und vom 29.03. bis zum 12.04. Die beste Zeit zum aufbauen und einspeichern  z.B. von Mineralien, Vitaminen und Spurenelementen  folgt dann unmittelbar auf den Neumondtag für etwa zwei Wochen.

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Eine fröhliche, sonnige Frühlingszeit und entspannte Ostertage wünscht

Ihre HP Christine Ackermann

Speisen und Getränke der Jahreszeit anpassen

Wir verbrauchen jeden Tag eine große Menge Lebensmittel, Kräuter, Gewürze und auch Getränke. Die Auswahl wird oft unbewusst nach Geschmack, Gewohnheit oder Werbung getroffen, aber auch zunehmend sortiert nach bestimmten Kriterien. Das kann sein:

  • Säurebildende oder basische Wirkung
  • pflanzliche, tierische oder mineralische Inhaltstoffe
  • fair produzierte, biologische, schadstoffarme oder konventionelle Herkunft

Alles, was wir essen und trinken hat eine ganz eigene innere Wirkung auf unseren Organismus,  Wussten Sie schon, dass jedes Lebensmittel durch seine Kombination von Inhaltsstoffen eine bestimmte Organwirkung und Thermik im Körper haben und sogar unseren Geist beeinflussen? In der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM)  – speziell in der Diätetik-  macht man sich dieses Wissen zunutze, um sich mit Nahrung gesund zu erhalten und im Krankheitsfall zu therapieren. Für jeden Menschen ist es gut, über diese Dinge Bescheid zu wissen, denn wir alle entscheiden uns meist mehre Male am Tag, was gegessen und getrunken wird.Durch mangelndes wissen und ungünstige Gewohnheiten kann häufig beobachtet werden, dass nicht zuträgliche Nahrung verzehrt wird. Mit einem ausgewogenen, der Jahreszeit angepassten Essen könnten manche Befindlichkeitstörungen im Alltag vermieden werden und auf lange Sicht auch manche Erkrankungen!

Hier einige Anregungen aus Sicht der TCM:

Essen Sie morgens etwas Warmes, zB. eine Suppe oder einen Brei. optimal zwischen 7:00 und 9:00, denn das hat der Magen seine größte aufnahme- und Verdauungskraft. Wenn Sie nichts am Morgen essen können oder wollen, trinken Sie etwas Warmes.  Am besten eignet sich dazu Wasser – aufgekocht und auf Trinktemperatur abkühlen lassen. Ein halber Liter wäre optimal.
Rohkost , Früchte, Brot wird am besten mittags gegessen und verdaut (die Organzeit des Dünndarms ist 13-15:00)
Abends bis 19:00 sind leichte Gemüsegerichte gut. Wer mag, kann auch mal mit Milchprodukten, Fisch oder Fleisch kombinieren. Die Verdauungskraft ist abends nur noch mäßig und die Leber hat ihre Hauptarbeitszeit in der Nacht zwischen 01- 03.00 Uhr. Ein zeitiges und leichtes
Abendessen verhindert eine hohe Belastung der Leber.

Die Zusammenstellung der Speisen richtet sich nach der  Jahreszeit. Dazu vorzugsweise die Zutaten verwenden, die in unserer Klimazone zu Hause sind und Obst und Gemüse aus dem Freiland. So haben Sie alle frischen Lebensmittel in optimaler Qualität und meist auch zu einem gutem Preis zur Verfügung. Der altbekannter Merksatz in der Naturheilkunde „Es wächst das Kraut hier bei mir, was nötig und richtig ist“ könnte abgewandelt für die Ernährung lauten: was hier vor Ort zu den einzelnen Jahreszeiten wächst oder gelagert wird, ist für unseren Organismus am bekömmlichsten.

Lebensmittel können durch Kochkunst zusätzlich aufgewertet und in ihrer thermischen Wirkung angepasst werden. Sie können durch kochen bekömmlicher werden, aber nicht grundsätzlich umgewandelt werden. Es empfiehlt sich also, über die grundsätzlichen inneren Wirkungen Bescheid zu wissen. Dafür gibt es Tabellen, die über die Organwirkung und Thermik informieren. Mit etwas Aufmerksamkeit kann jeder auch die Auswirkungen eines Essens spüren. Eine wärmende Wirkung im Organismus haben: Gegrilltes Fleisch, Fisch, Gemüse, Suppen länger gekocht und scharf gewürzt, einzelne Lebensmittel wie Knoblauch, Chili, Rotwein, Schnaps, Krustentiere. Sie  sollten eher in der kalten Jahreszeit zu sich genommen werden. Kühlend und befeuchtend wirken Lebensmittel wie Salate, Obst, Zitrusfrüchte, Mineralwasser, Joghurt, Bier, Weißwein, Sekt und  sollten eher in der warmen Jahreszeit genossen werden.

Natürlich können wir nicht ganz ausschließen, dass wir kühlende und wärmende Speisen zur falschen Jahreszeit essen und trinken. Meist hat es keine Folgen, wenn dies nicht im Übermaß geschieht. Oft genossene Lieblingsspeisen sollten immer in Maßen und nicht täglich gegessen werden. Thermisierend einwirken kann man durch Zutaten im Zubereitungsprozess oder Beilagen. Zum Beispiel können kühlende Salate etwas neutralisiert werden mit Dressing, der mit scharfen und wärmenden Gewürzen und Essig angemacht wird. Dafür Joghurt oder Zitrone weglassen. Gebratenes Fleisch ist wärmend und kann mit kühlenden Beilagen wie z .B- Salaten thermisch ausgeglichen werden. Mit zunehmender  Zeit und Erfahrung wird Ihre Küche kreativer, abwechslungsreicher und gesünder.

Nehmen Sie die im Handel verfügbaren Lebensmitteltabellen zur Hand und lassen Sie sich inspirieren. Ich wünsche ich Ihnen viele frohe Kochstunden mit tollen Ergebnissen!

Ihre Heilpraktikerin Christine Ackermann